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Life+ Natur


13. Juni 2009 - Festliche Vorstellung des Life+-Natur-Projekts "Hetter-Millingerbruch"

am Samstag, den 13. Juni 2009 um 10 Uhr gibt Minister Uhlenberg den Startschuss für das... weiterlesen >>>
Naturbeobachtungen

Uferschnepfe: 9 Brutpaare erfolgreich

Das bisherige Brutjahr der Uferschnepfe im Tickerstil: Späte Ankunft, geringerer Brutbestand, aber sehr guter Schlupferfolg. Dieser führt schließlich zu 9 Brutpaaren, die aktuell flügge oder fast flugfähige Jungvögel im Naturschutzgebiet Hetter führen.

Am 9. Juni konnte eine Familie mit 4 nahezu erwachsenen Jungvögeln beobachtet werden. Da ein Uferschnepfengelege maximal 4 Eier enthält ist das eine ganz besondere Beobachtung. Das Paar hat also die drei Wochen Brutzeit und die mindestens vierwöchige Phase der Führungszeit überstanden, in der die Jungvögel besonders gefährdet sind. Besser geht es nicht.

Der Reihe nach: Die Ankunft der ersten Uferschnepfen lag 2009 auf dem 11. März. Just an dem Tag erhielt das LIFE-Projekt Besuch aus Brüssel. An den Vortagen wurde im Gebiet regelmäßig aber vergeblich nach Uferschnepfen Ausschau gehalten.

Bis Anfang April sammelten sich an einem zentralen Schlafplatz bis zu maximal knapp 50 Uferschnepfen, die aber bereits ab Ende März von dort aus ihre Reviere bezogen.

Das erste Vollgelege mit vier Eiern wurde am 15. April festgestellt. Von allen beobachteten Gelegen waren 82% erfolgreich. Nur 2 Nester wurden wohl ausgeraubt. Spuren deuten darauf hin, dass eines durch Vögel, ein weiteres durch Säuger verloren ging. Die so genannte Prädationsrate ist mit 15% sehr gering. Auffällig ist, dass einige Eier nicht zum Schlupf kamen, die Embryonen aber schon sehr weit entwickelt waren. Grund hierfür kann sein, dass die Uferschnepfen am Tag des Schlupfes der ersten Küken, die ja Nestflüchter sind, eine oft für die ?späten Eier? grausame Entscheidung treffen müssen: Sie müssen mit den geschlüpften Küken auf Nahrungssuche gehen. Danach können nicht geschlüpfte Eier nicht mehr bebrütet werden und die Embryonen sterben ab.

Jetzt ziehen die jungen Uferschnepfenfamilien durch die Hetter. Die Jungvögel gehen langsam dazu über, im Boden nach Nahrung zu stochern. In den ersten Lebenswochen picken die Küken ihre Nahrung, kleine wirbellose Tiere, von der Vegetation ab. Es kommt in den nächsten Tagen und Wochen darauf an, dass Jung- und Altvögel ausreichend Nahrung finden, um den nächsten Lebensabschnitt, nämlich den Zug in die Überwinterungsgebiete, in optimaler Kondition antreten können.

10.06.2009 Alter: 2 Tage